Bariatrische Eingriffe – Eine Übersicht

Magenband (gastric banding):
Bei einer Magenband-OP wird ein verstellbares Magenband durch eine laparoskopische Operation um den Magenfundus gelegt. Durch die daraus resultierende Einengung des Magendurchmessers im Eingangsbereich kann eine dauerhafte und signifikante Gewichtsreduktion bewirkt werden.
Die Speicherfunktion des Magens (i.d.F. Vormagenvolumen) wird dabei auf ca. 20-30ml eingeschränkt. Der Restmagen steht hierbei nicht mehr für das Sättigungsgefühl zur Verfügung.

Der EWL (excess weight loss : internationaler Maßstab für die Gewichtsreduktion, Berechnung: (Gewichtsabnahme):(Übergewicht) x 100) beträgt im Schnitt 47,5%, der BMI nimmt im Schnitt um 10,5 Punkte ab.
Die Rückbildung von Diabetes Typ 2 liegt bei ca. 50%, von Hypertonie bei 43% und Schlafapnoe von 95%.

Schlauchmagen (sleeve):
Der Schlauchmagen ist die am häufigsten gewählte Methode bei einem bariatrischen Eingriff. Hierbei wird der Magenfundus entfernt und das Magenvolumen auf ca. 60 – 400ml eingeschränkt.
Das Hungergefühl ist deutlich eingeschränkt (u.a. durch einen erhöhten Peptide YY-Spiegel), die Produktion von Magensäure geringer. Gleichzeitig ist auch die Proteinverdauung sowie die Resorption von B12 vermindert (unbedingt supplementieren).
Der EWL schwankt zwischen 33 – 85%, der BMI nimmt im Schnitt um 14,1 Punkte ab. Die Rückbildung von Diabetes Typ 2 liegt zwischen 14 – 88%, von Hypertonie bei 22 – 73% und die von Schlafapnoe zwischen 39 – 52%.

Magen-Bypass:
Bei einem Magen-Bypass wird eine Art verkleinerter Magen angelegt und anschließend mit einer Dünndarmschlinge verbunden. Ein weiterer Abschnitt des Dünndarms dient dem Auffangen der Verdauungssäfte, die später wieder mit der aufgenommenen Nahrung zusammengeführt werden.
Die Speicherfunktion des Magens ist deutlich eingeschränkt, das Volumen des „künstlichen Magens“ beträgt nur knapp 20-30ml.
Durch die Umleitung der Verdauungssäfte wird aufgenommenes Fett quasi unverdaut ausgeschieden (Fettstuhl), generell kommt es zu einer Maldigestion und einer Malabsorption von aufgenommenen Nährstoffen. Ähnlich wie beim Schlauchmagen wird als Folge der OP die Magensäureproduktion sowie die B12-Aufnahme deutlich gehemmt, der Peptide YY-Spiegel ist erhöht, das Hungergefühl eingeschränkt.
Der EWL liegt bei 61,6 der BMI nimmt im Schnitt um 16,5 Punkte ab. Die Rückbildung von Diabetes Typ 2 liegt bei knapp über 80%, von Hypertonie bei 67,5% und die von Schlafapnoe bei ca. 80%.

Quelle: Ernährungsumschau 11/2012

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