Diabetes

Kohlenhydrate wie Stärke oder Haushaltszucker dienen dem Körper als Energielieferant. Um die darin enthaltene Energie nutzen zu können, müssen die aufgenommenen Kohlenhydrate bei der Verdauung in ihre Einzelbausteine zerlegt werden. So setzt sich bspw. Stärke, die in Lebensmitteln wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis enthalten ist, aus dem Einfachzucker Glukose (Traubenzucker) zusammen. Nachdem die Kohlenhydrate in ihre Einfachzucker zerlegt wurden, kann der Körper sie aufnehmen und über die Blutbahn zu den Körperzellen transportieren. Damit eine Zelle Glukose aus der Blutbahn aufnehmen und zur Energiegewinnung nutzen kann, muss jedoch Insulin vorhanden sein, ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Fehlt dieses Hormon, kann die Körperzelle den Traubenzucker nicht aufnehmen und er bleibt im Blut zurück. Da der Zucker nicht vom Körper aufgenommen wird, muss er mit dem Urin aus dem Körper transportiert werden. Dieser Tatsache hat die Krankheit ihren lateinischen Begriff Diabetes mellitus, was „honigsüßer Durchfluss“ bedeutet, zu verdanken. Die Anzahl von Diabeteserkrankungen nimmt stetig zu, ca. 9% der Deutschen sind mittlerweile davon betroffen. Dabei werden zwei Hauptformen des Diabetes unterschieden: Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2, wobei mit ca. 90% Typ 2 die häufigste Form der „Zuckerkrankheit“ ist. Bei beiden Diabetes Typen ist der Regelkreis von Insulinausschüttung und der Wirkung von Insulin an den Körperzellen, also die Aufnahme von Glukose, gestört. Die Ursachen für diese Störung sind jedoch unterschiedlich.

Bei Diabetes Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, d.h. durch eine Fehlfunktion des Immunsystems werden die Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, in denen das Insulin gebildet wird. Es wird deshalb auch von einem absoluten Insulinmangel gesprochen, da der Körper kein Insulin mehr bildet und eine Insulinbehandlung mit künstlichem Insulin unumgänglich ist. Die Krankheit beginnt häufig schon im Kindesalter, kann aber auch durchaus erst im Erwachsenenalter auftreten. Typische Anzeichen einer unbehandelten Diabetes-Erkrankung sind ein starkes Durstgefühl, welches die Folge der vermehrten Ausscheidung von Glukose durch den Urin ist sowie starke Gewichtsverluste innerhalb kürzester Zeit und ein Aceton-Geruch des Atems. Eine fehlende Insulinzufuhr kann bei Diabetikern im schlimmsten Fall sogar zur Bewusstlosigkeit, dem sog. diabetischen Koma, führen.

Bei Diabetes Typ 2 ist nicht die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen die Ursache für die Erkrankung, sondern eine gestörte Insulinwirkung und/oder eine verzögerte Insulinsekretion. Es wird also durchaus noch Insulin im Körper produziert (teilweise kann es sogar zu einer Hyperinsulinämie kommen, d.h. einem Überangebot von Insulin im Blut), allerdings kann die Reaktion der Körperzellen darauf gestört sein (z.B. durch eine Herunterregulierung der Insulinrezeptoren), bzw. kann auch eine verminderte Wirkung des Insulins die Ursache sein. Im Gegensatz zu einem absoluten Insulinmangel spricht man hier deshalb von einem relativen Insulinmangel oder einer Insulinresistenz. Da diese Form des Diabetes häufiger im mittleren bis höheren Alter auftritt, ist sie auch unter dem Namen „Altersdiabetes“ bekannt. Oft tritt Diabetes Typ 2 in Verbindung mit anderen Krankheiten wie Bluthochdruck, Übergewicht oder Fettstoffwechselstörungen auf, weshalb eine Änderung der Lebensgewohnheiten oft eine Verbesserung mit sich bringt und die Zufuhr von Insulin, anders als bei Diabetes Typ 1, nicht zwingend erforderlich macht bzw. sogar schädlich sein kann. Meistens reicht schon eine Gewichtsreduzierung sowie eine Ernährungsumstellung aus um die Erkrankung in den Griff zu kriegen.