Intoleranzen

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit liegt eine Überempfindlichkeit des Körpers auf bestimmte Lebensmittelinhaltsstoffe vor. Meistens äußern sich diese Überempfindlichkeitsreaktionen an Schleimhäuten, Atemwegen sowie im Magen-Darm- Bereich. Das kann von einem Kratzen im Hals nach einem Stück Apfel, über Bauchkrämpfe und Durchfall nach einem Schluck Milch bis hin zum Erstickungsanfall nach dem Verzehr einer Erdnuss reichen. Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten wird, je nach auslösender Ursache, zwischen Nahrungsmittelallergie, Pseudoallergie und anderen Unverträglichkeiten unterschieden.

Als Allergie wird eine Überreaktion des Immunsystem bezeichnet. Im Falle einer Nahrungsmittelallergie richtet sich diese auf Substanzen, die in Lebensmittel vorkommen. Etwa 1-2 % der Erwachsenen in Deutschland sind davon betroffen. Am häufigsten kommen dabei Allergien gegen Nüsse, Meeresfrüchte und Fisch vor. In manchen Fällen kann durch Erhitzen, Trocknen oder Gefrieren der Lebensmittel Abhilfe geschaffen werden, z.B. bei Allergien gegen Obst und Gemüse. Ansonsten hilft nur die strikte Meidung des Lebensmittels, da es sonst im schlimmsten Falle sogar zu einem allergischen Schock mit Atemnot und Kreislaufkollaps kommen kann.

Abzugrenzen von einer Nahrungsmittelallergie ist die sog. Pseudoallergie, die von den Symptomen einer richtigen Allergie gleicht, allerdings nicht durch eine Fehlfunktion des Immunsystems verursacht wird. Pseudoallergien werden durch natürlich Lebensmittelinhaltsstoffe, aber auch durch Zusatzstoffe, wie z.B. Konservierungsmittel und Farbstoffe ausgelöst. Ein Beispiel für eine Pseudoallergie ist die Histamin-Intoleranz. Histamin zählt zu den biogenen Aminen. Diese Gruppe von Stoffen ist normalerweise unbedenklich, kann bei einer Überempfindlichkeit jedoch Probleme verursachen. Im Falle einer Histamin- Intoleranz äußert sich dies in Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautausschlag oder Hitzewallungen. In höheren Mengen ist Histamin in Käse, Fleisch, Fisch oder Wein enthalten.

Neben der Nahrungsmittel- und Pseudoallergie gibt es noch weitere Arten von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Diese werden nicht immunologisch, also nicht durch eine Überreaktion des Immunsystem, verursacht. Die bekannteste und häufigste Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit ist die Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit), ca. 20% der Erwachsenen in Deutschland sind davon betroffen. Sie zählt zu den sog. Enzymopathien, d.h. die Unverträglichkeitsreaktion des Körpers ist auf einen Mangel oder Defekt bestimmter Enzyme zurückzuführen. Bei der Laktoseintoleranz fehlt im Körper das Enzym Laktase, dieses spaltet im Darm den Milchzucker – die Laktose – in seine Einzelbestandteile auf, damit diese vom Körper aufgenommen werden können. Fehlt nun dieses Enzym, kann der Milchzucker nicht verdaut werden und gelangt in tiefere Darmabschnitte, wo er von Darmbakterien vergoren wird. Die Folge sind Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen und -krämpfe. Im Gegensatz zu den Nahrungsmittelallergien, bei denen schon kleinste Mengen einer bestimmten Substanz Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können, ist es bei den Enzymopathien individuell unterschiedlich, welche Mengen vertragen werden – je nachdem, ob das Enzym komplett fehlt oder nur in verminderter Menge gebildet wird. Eine andere Form der Unverträglichkeit ist die Fruktoseintoleranz, bzw. Fruktosemalabsorption. Die Ursache dieser Unverträglichkeit liegt nicht in einem Enzymmangel, sondern in einer Störung des Transportes der Fruktose aus dem Darm heraus. Die Symptome sind dieselben wie bei einer Laktoseintoleranz, da auch hier die Fruktose nicht verdaut werden kann und von Darmbakterien vergoren wird.

Ein Beispiel für eine immunologisch verursachte Intoleranz ist die Zöliakie, auch bekannt als Glutenunverträglichkeit oder einheimische Sprue. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine Allergie, sondern um eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut kommt. Dadurch können die Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr richtig aufgenommen werden und es kann zu Mangelerscheinungen, starkem Gewichtsverlust und Durchfällen kommen. Auslöser hierfür ist das Gluten, eine Eiweißfraktion, die bspw. in den Getreidesorten Weizen, Roggen oder Gerste vorkommt. Betroffene müssen daher ihr Leben lang auf eine glutenfreie Ernährung achten.